Code of Conduct on Images and Messages

Checkliste zum “Code of Conduct on Images and Messages”
Leitfaden zur Benutzung von Bildern und Sprache
Der “Code of Conduct on Images and Messages” (CoC) ist ein Leitfaden zur Benutzung von Bildern und Botschaften in entwicklungspolitischen Organisationen.

Es geht darum, Bilder und Texte so zu verwenden, dass Stereotype so weit wie möglich vermieden werden. 

In allen Arbeitsbereichen möchten wir dich für die Themen des CoC sensibilisieren. Die CoC hilft dir reflektierter mit Bilder umzugehen. Dabei achtest du darauf, welche Momente und Motive du auf Fotos und in Texten festhalten möchtest und was diese erzählen: Was teile ich den Betrachter_innen mit? Ist es angemessen, diese Situation zu fotografieren? Sind die Menschen einverstanden, fotografiert und womöglich veröffentlicht zu werden? Was bedeutet eine Veröffentlichung der Bilder für mich, meine Fotos und die abgebildeten Menschen?

Unser Anspruch ist: Wenn wir über andere Menschen berichten, sowohl in Bildern als auch in Texten

☛ respektieren wir die Würde des einzelnen Menschen

☛ glauben wir an die Gleichheit aller Menschen

☛ fördern wir Fairness, Solidarität und Gerechtigkeit.

Was heißt das in der Praxis? Die nachfolgende Checkliste gibt einen guten Einblick

1. Frage dich selbst 

      • Wie würdest du gerne dargestellt werden (in Bild und Text)?
      • Was würde dich persönlich und deine Würde verletzen?
      • Welche Darstellung würdest du als fair, gleichberechtigt und nicht diskriminierend empfinden?

2. Denke über die Motivation der Berichterstattung nach 

      • Warum willst du diese Situation zeigen oder beschreiben?
      • Benutze Bildsprache und Text mit Bedacht. Ist das, was du erzählst oder zeigst, wirklich notwendig? Oder reproduzierst du damit Klischees und Stereotypen?

3. Vermeide es, mit deinen Bildern und Texten zu generalisieren 

      • Es sollte deutlich werden, dass das Gezeigte/Geschriebene deine persönlichen Erfahrungen und Sichtweisen (meist als Außenstehender) widerspiegelt und nicht als allgemeingültig gesehen werden kann. Vermeide Generalisierungen. Komplexes darf auch in Bildern komplex bleiben.

4. Beachte Differenzen und Gemeinsamkeiten 

      • Versuche nicht nur die Differenz zu dir selbst oder dem dir Bekannten herauszuarbeiten; sondern habe auch ein offenes Auge für das Abbilden von Gemeinsamkeiten.

5. Sei vorsichtig mit dem Urteil über eine Situation 

      • Bevor du eine Situation bewertest, frage dich selbst, warum diese Situation so abläuft. Vielleicht gibt es eine Erklärung, die nicht auf den ersten Blick zu erkennen ist.
      • Um Fehlinterpretationen zu vermeiden, frag einfach bei den Involvierten nach.

6. Erkenne deine Position und deinen Hintergrund 

      • Was bedeuten Gleichheit, Fairness und Gerechtigkeit für dich, und was bedeuten diese Dinge für andere, z.B. Menschen, die du während des Auslandsaufenthalts triffst?

7. Sei dir deiner Verantwortung bewusst 

      • Wenn du etwas berichtest oder zeigst, dann trägst du eine gewisse Verantwortung für das, was du vermittelst und erzählst.
      • Deine Bilder sollten zu gegenseitigem Verstehen und Austausch beitragen und nicht zu Klischees oder Vereinfachungen.

Hier einige konkrete Fragen, die dich bei der Nutzung von Sprache und Bildern unterstützen: 

      • Spielt der globale Süden in deinem Alltag eine Rolle? Wieso (nicht)? Wenn ja: welche?
      • Werden bei Problemdarstellungen (historische/aktuelle) Ursachen und Entstehungszusammenhänge deutlich? Werden globale Abhängigkeiten sowie Akteure benannt?
      • Machst du deutlich, aus welcher Perspektive (z.B. sozialer Status, gender, weiß/nichtweiß) du sprichst/schaust? Was verändert sich, sobald du deine Position benennst/nicht benennst?
      • Hast du deine Wörter/Begriffe bewusst gewählt? Aus welchem Kontext kommen deine Schlüsselbegriffe? Vorschlag für ein kleines Experiment: Überleg dir mögliche alternative Titel für einen Artikel oder einen Blog. Welche Vorannahmen, Positionierungen und Perspektiven schwingen in unterschiedlichen Titeln mit? Wie ändert sich dadurch die Richtung, in die du die Aufmerksamkeit Eurer Zielgruppe lenkst?
      • Kommen diejenigen, um die es in deiner Aktivität geht, wann immer das möglich ist, selbst mit Zitaten, Interviews oder eigenen Texten zu Wort? Erscheinen sie als Akteur_innen und Subjekte statt als Objekte?
      • Wird eine Unterscheidung zwischen „die“ und „wir“ aufgemacht? Wer ist mit „den anderen“ gemeint?
      • Wird die Realität in ihrer ganzen Vielfalt gezeigt, indem z. B. vermieden wird zu ästhetisieren und zu romantisieren?
      • Liegt eine spezifische/vielschichtige Beschreibung der fokussierten Situation vor? Werden einseitige Darstellungen oder Verallgemeinerungen vermieden und Klischees dekonstruiert? Sind Menschen komplex dargestellt und werden nicht z.B. auf ihre Gruppenzugehörigkeit reduziert?

Wenn du mit Bildern arbeitest (Fotoausstellungen, Filme, Flyer, Plakate etc.)

      • Wurden Hierarchien und mögliche Abhängigkeitsverhältnisse zwischen Fotografierenden/Filmenden und Abgelichteten reflektiert und berücksichtigt?
      • Wurden stereotype Inszenierungen und koloniale Bildtraditionen vermieden (z. B. Weiße stehen, Schwarze sitzen statt Darstellung auf Augenhöhe)?
      • Ist der Zusammenhang zwischen Bild und Text (z.B. in Bildunterschriften, Filmkommentaren, Ausstellungskatalogen, Flyern) klar und verzerrt die Zusammenhänge nicht?

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